Da Sie gefragt haben

Es verändert sich mit dem Augenblick da man zu fragen beginnt. Ich könnte auch sagen, jedes Unglück fängt mit einer Frage an. Davor ist alles Unschuld. Kindliches Vorspiel im Paradies, aus dem Sie mit der ersten Frage heraustreten und zugleich den Fuß in ein großes Unglück setzen. Denn jede Antwort, so werden Sie bemerken, erzeugt in Ihnen neues Nichtwissen. Angesichts der Unmöglichkeit, jemals wieder in Ihr Paradies des Nichtwissens zurückzukehren, werden Sie eines Tages von einer großen Müdigkeit befallen, welche Sie nie mehr verlassen wird.
L.L. (Gast) - 3. Mrz, 00:32

stimm ich dir nicht zu. die frage kommt aus dem staunen, und das staunen ist die verwunderung über das, was ist. daraus folgt die frage.
die frage zieht zwar weitere nach sich, aber nur, wenn an die antwort sie nicht aufheben kann. wittgenstein folgerte daraus, dass das fragen sein ende finde, wenn der frager kein bedürfnis mehr habe zu fragen. das wäre der therapeutische aspekt der "philosophischen untersuchungen".
interessant dazu ernst bloch über das positive und das negative staunen.

Terpsichore - 9. Mrz, 08:28

Ja!

Ich habe darüber nachgedacht. Fragen hat es auch für mich nicht ganz getroffen. Suchen. Wissen wollen. Alles wissen wollen. Der umtriebige Geist, der in jeder Antwort zugleich eine neue Frage findet und somit verurteilt ist, nie wissen zu können. Eine zugegeben radikale Erfahrung, die vielleicht nur bestimmten Typen zugänglich ist.
Zu Ernst Bloch: Ich überlege, ob ich jemals negativ gestaunt habe. Staunen ist für mich IMMER positiv. Wenn eine Erkenntnis sich negativ einfärbt, würde ich immer "Erschrecken" sagen bzw. habe das immer zugleich als einen leichten Schrecken empfunden...
L.L. (Gast) - 3. Mrz, 00:38

"die frage zieht zwar weitere nach sich, aber nur, wenn an die antwort sie nicht aufheben kann."
muss heissen: "...aber nur, wenn die antwort..."

L.L. (Gast) - 10. Mrz, 16:03

stell dir vor, du bist in der sahara und siehst ein glas paulaner vor dir, eine fata morgana, greifst danach um deinen ungeheuren durst zu löschen und fasst dabei ins leere. das erstaunen darüber wäre ein negatives.

Terpsichore - 7. Aug, 08:53

Einverstanden,

dann nennen wir es einfach die Erkenntnis unserer begrenzten Erkenntnisfähigkeit. Wundern sollte uns das allerdings nicht!


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Terpsichore - 22. Aug, 10:22


Das Weblog TERPSICHORE wird vom Deutschen Literaturarchiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreibende erklären sich einverstanden.


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