Schreiben - eine Erregung

Kapitel 7

"Und schwindelt nicht das Auge meines Geistes
Noch stets hinunter in den jähen Trichter
Der Zeit? - Zeit, was heißt dieses Wort?"


Wir hatten uns aus den Augen verloren, und ich hatte die Hoffnung bereits aufgeben, sie noch einmal wiederzusehen. Bis sie plötzlich eines Tages vor mir stand.
Ihre frühere Blässe war einem zartbraunen Teint gewichen, und aus ihren Augen strahlten Klahrheit und ein Wissen, das mich befremdete.
Sie war fröhlich geworden.

Ich suchte nach Spuren ihrer früheren Verweigerung, fragte dieses und jenes, aber auf alles gab sie mir bereitwillig und offen Antwort. Das verwirrte mich, und ich fragte, ob wir uns nicht in ein Café begeben wollten. Ich verspürte große Lust, sie auszufragen, in sie einzudringen und das Geheimnis dieser verstörenden Fröhlichkeit zu erfahren.

Sie fuhr sich mit der Hand durch das Haar, warf den Kopf nach hinten und lachte ein so schrecklich schönes Lachen, dass es mir einen Stich versetzte. Dann hakte sie ihren schlanken Arm unter meinen, steckte die Hand in meine Manteltasche und zog mich, die ich unsicher neben ihr mehr stolperte als ging, in eben jenes Café, in welchem wir uns vor zwei Jahren das letzte Mal trafen.
Damals hatte sie begonnen, mir ihre Geschichte zu erzählen. Bis zu jenem Tag, als ich ihr sagte, dass es nun genug sei. Dass ich nichts mehr hören wolle über sie und ihr Leben, dass es schon nicht mehr ihre Geschichte sei, die sie da erzähle, sondern zugleich auch meine eigene.

Ob sie jetzt, da wir uns auf so glücklichen Zufall wieder getroffen hätten, nicht weiter erzählen wolle, fragte ich sie.
Sie hätte während der letzten beiden Jahre mehrmals mit mir gesprochen, sagte sie. Genau genommen hätte sie niemals aufgehört mit mir zu reden, es müsse wohl an mir liegen, dass ich nichts mehr von ihr vernommen habe. Gerne könne sie fortfahren, sie müsse aber darum bitten, dass ich mich nicht wieder hinreißen ließe, mich selbst durch sie zu betrachten. So würde es ihr leichter fallen, von sich zu reden.

Ich versprach es ihr.

Schreiben. Eine Erregung. Kapitel 1-6

1.

Was stöhnt sie denn?"
"Sei still, sie weint."

So wie sich das Wasser überlaufend an die Ränder drängt, so sammeln sich Wörter, verdichten sich, wollen hinaus und geschrieben werden. Aber warum, und zu welchem Zweck? Wen drängt es, dieses Geweinte zu lesen? Wer will teilhaben an ihm? Und - darf man diese Frage stellen, als Schreibender? Hat sie je einer gestellt, den es drängte, der schreiben musste?
So fragt sich einer, der es doch wissen müsste. Den das Schreiben selbst am Leben erhält, dem es Balsam und Gift zugleich ist.

"Schreib!" hatte er gesagt. " Wenn du nicht schreibst, wird es dich umbringen. Aber es bringt dich auch um wenn du schreibst. So oder so. Du kannst nirgendwo hin. Je früher du beginnst, desto besser."

Das war vorgestern.

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2.
"Vielfach sind zum Hades die Pfade", heißt ein
Altes Liedchen - "und einen gehst du selber,
Zweifle nicht!"...

Sie trennte dem Fisch den Kopf ab, und als wäre das nicht genug, stach sie ihm langsam mit einem spitzen Messer auch noch die Augen aus. Damit er sein eigenes Leid nicht mit ansehen muss, sagte sie. Ich trug zwei Teller zum Tisch, während sie den Fisch in der Pfanne wendete. Das war mittags.

So, wie man ein Kind mit sich herumträgt, neun Monate im Leib. So trage sie ihre Geschichte mit sich herum, hatte sie gesagt. Doch die Angst hielte sie davon ab, zu schreiben. Die Angst, dass sich alles Bahn brechen würde. Dass sie den Lauf der Dinge nicht würde voraussehen können. Dass die Geschichte sich dann selbst schriebe, sie wieder einholen würde. Und mit ihr alle Anderen, die darin vorkämen.

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3.

"Auch meinen Schlüssel nahmen sie hinweg,
die Himmlischen,
und warfen ihn ins Meer."


Heute klingt ihre Stimme ein wenig freier. Sie hätte angefangen, sagt sie. Mitten in der Nacht sei sie aufgewacht und hätte zu sich selbst gesagt : Jetzt ist es soweit!
Sie sei aufgestanden, langsam, sei ins Nebenzimmer gegangen, um sich ein Blatt Papier zu holen und den gelben Bleistift. Er hätte schon ewig dagelegen, mehrere Zeiten lang. Jetzt nahm sie ihn auf, prüfte seine Spitze, die sie sich in den Finger drückte, und roch an dem lackierten Holz. Ein Geruch, der sie noch immer an die ersten Tage ihrer Schulzeit erinnerte. Ganz ruhig sei sie auf einmal gewesen. Ihre nackten Füße auf dem Holzfußboden, die kühle Nachtluft, welche durch das Fenster hereindrang und ihren unbekleideten Körper streichelte, das sanfte Licht der Straßenlaterne, welches von draußen ins Zimmer fiel, all dies hätte ihr die Gewissheit gegeben, dass es jetzt gut sei. Dass der Moment gekommen wäre, auf den sie ihr ganzes Leben lang gewartet hatte. Dann sei sie zurück ins Bett gestiegen
und hätte begonnen. Einfach so.

Ob es ihr nichts ausmache, sich mir so ganz und gar anzuvertrauen, zu reden angesichts der Bedrohung meines Schweigens. Und ob sie nicht befürchte, sich mir untertan zu machen durch ihren Drang, sich zu offenbaren.
"Warum fragen Sie? "
Und dann, nach einer Weile:
"Nein. Was soll mir noch geschehen?"

einäugig die Vorsicht:
Geheimes versenkend
nicht achtend aber
flaches Gewässer

Stille! Sie ahnt.


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4.

"Durch jene schmale Öffnung
dringest du zu einer Höhle,
deren Innerstes verwahrt
dein Buch des Lebens. -

Nun eile!"


Die Erinnerungen kamen langsam, zuerst bruchstückhaft, später flossen sie durch sie hindurch und drängten sich schneller auf, als sie schreiben konnte. Manchmal musste sie die Ordnung der Ereignisse erst wiederfinden, ihren Ablauf rekonstruieren. Ein Ereignis jedoch stand unverfälscht und unverrückbar im zeitlichen Ablauf der Dinge vor ihrem geistigen Auge. Es hatte all die Jahre im hintersten Winkel ihres Gedächtnisses überlebt und hartnäckig jedem Versuch seiner Verfälschung, Beschönigung oder gar Bereinigung durch allzu beflissene Therapeutenhände widerstanden. Jetzt schrieb es sich sozusagen selbst hinaus. Sie musste nichts tun, nichts in Worte fassen oder nach einer Sprache suchen, sie musste nur diesen dunklen Gang in ihrem Innern freihalten und darauf achten, dass kein Gedanke die Übertragung der Aufzeichnung störte.

Nachdem wir uns bereits am Morgen gesehen hatten, fiel ich in einen Schlaf, der den ganzen Tag andauerte bis zur Dämmerung. Das Zimmer war erfüllt von einer seltsamen Einsamkeit. Ich dachte an ihre dunklen Augen, die halb geschlossen waren wenn sie redete und die eine Art Traurigkeit in sich bergen, von der man selbst befallen wird wenn man nicht wegschaut. Vielleicht muss ich davon ausruhen, von dieser Schwäche, von ihrer Zerbrechlichkeit, an welcher ich ja in gewisser Weise teilhabe, jetzt, da sie mir ihre Geschichte erzählt. So wie alle Menschen aneinander teilhaben, wenn sie sich erst einmal in das Innere des Dschungels begeben um sich dort ihre Geschichten zu erzählen. Ob sie es nun wissen oder nicht.

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5.


"Seid ihr alle da?"
"Zähl nur, Schwester - ja!"


Der erste Schultag nach den Ferien war ein warmer, sonniger Augusttag. Sie lief durch die Pfützen, die sich im aufgerissenen Schotter der Straßen gesammelt hatten und versuchte, so genau und vorsichtig in das Wasser zu treten, dass es nur ihre Schuhsolen, nicht aber die weißen Strümpfe benetzte. Sie hatte diese Art zu gehen als ein Spiel erfunden, sie wettete jedes Mal mit sich selbst, ob sie es schaffen würde, sich nicht die Strümpfe zu beschmutzen, und als sie durch das schwere Eisentor in das Schulgebäude eintrat, triumphierte sie.
Der Lärm auf den Gängen verteilte sich zugleich mit den Kindern nach und nach in die Klassenzimmer. Die Luft vibrierte von der Aufregung des ersten Schultages, es roch nach frisch gedruckten Büchern, Umschlägen aus Plastik und Bleistiften. Dieses Zukunft verheißende Lachen der Kinder, hier würde es immer zu finden sein, innerhalb dieser Mauern gab es keine Leere, keinen Tod. Der schrille Ton der Schulglocke zerriss die Luft, und nach und nach schlossen sich alle Türen.
Nur sie war in keines der Zimmer gegangen.
Sie stand allein in der Mitte des langen Flures und versuchte sich zu erinnern, in welche Klasse sie gehörte. Sie presste ihr heißes Gesicht gegen den grauen kühlen Lack der Tür, ihr Ohr versuchte vergeblich ein Geräusch einzufangen, eine Stimme, die ihr vertraut vorkam. Laut las sie die Nummern der Klassenräume, die ihr jedoch nichts sagten, ebensowenig wie die bunten Bilder an den Türen. Sie wusste mit einem Mal nicht mehr, wie sie hierher gekommen war. Alles, der Name ihrer Lehrerin, die Zimmernummer, der Schulweg, jedes Ereignis löste sich allmählich in verschwommene Nebel auf, sobald ihr Verstand danach fassen wollte. Sie durchsuchte angestrengt jeden Winkel ihres Gedächtnisses nach brauchbaren Spuren, die sich jedoch sofort in die Unendlichkeit des Vergessens verkrochen, sobald sie ihrer habhaft zu werden glaubte. Die Einsamkeit des Flures kroch an ihren weißen Strümpfen herauf, legte sich allmählich an die Ränder ihres Körpers und wurde nach und nach zu ihrer einzigen Gewissheit. Während sich ihre Augen weiteten und kleine Schweißperlen auf ihrer Stirn abzeichneten, zählte der Zeiger der Schuluhr eine Zeit, welche schon nicht mehr die ihre war.
Und während sie auf der frisch gebohnerten Treppe saß, die zum zweiten Stock des Gebäudes führte, (diese Treppe war ihre einzig Verbündete in diesem Moment, und noch Jahre später bewirkte der Geruch von Bohnerwachs eine sofortige und totale Entspannung bei ihr), während sie also auf dieser Treppe saß, da fiel sie langsam aus der Zeit heraus.

Es gibt Tage, an denen haben wir nichts zu sagen oder wir können über das, was uns bewegt, nicht sprechen. Gestern kam sie sehr spät. Sie sah mich versonnen aus ihren schmerzdunklen Augen an, während wir nichts taten als da zu sein und zu schweigen. Und dann hörten wir einfach Musik. Musik, von der irgendjemand einmal sagte, dass sie die Fähigkeit habe das auszudrücken was nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist zu schweigen.
Das war gestern.


Blind nun
Kairos im fliegenden
Wechsel der Gedanken
so sag mir an

was zwischen uns gewesen


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6.


"Sie gütig, Schwester, wir verschuldens nicht;
sie fehlt uns schon seit gestern!"


Weil sie es nicht besser wussten, diagnostizierten die Ärzte des städtischen Hospitals schließlich eine Hirnhautentzündung. Irgendwann fand sie sich in einem Bett wieder, welches an einer weißgetünchten Wand stand. Hinter der Wand war es Nacht. Von dem Ereignis blieben ihr nur einzelne Wörter als Gedankenfetzen, welche sie leise vor sich hin sprach. Dann ruhte sie aus von ihrer Reise.
Die Ärzte schrieben die hochgradige Erregung ihrer Sinne dem Fieber zu und verordneten Bettruhe. So bemerkte niemand das immer öfter stattfindende Reisen des Kindes in eine andere Wirklichkeit, und selbst einem aufmerksamen Beobachter hätte sich dieser Umstand entzogen. Das Kind selbst sah sich außerstande, eine Erklärung für dieses Phänomen zu finden, es verstellte seine Welt so ganz und gar, auch widersprach es allen seinen bisherigen Erfahrungen. Es blieb ihm ein Rätsel, und nachdem es durch sich selbst nichts darüber erfahren konnte und ohnehin ahnte, dass das Bekanntwerden seines Zustandes einer baldigen Entlassung nicht förderlich war, beschloss es zu verstummen und gab sich einer Sprachlosigkeit anheim, welche es nie mehr ganz verlassen würde und erst Jahrzehnte später vom Schreiben abgelöst werden sollte.

Kapitel 8

"Wer ist das Kind? Es gleicht den andern nicht.
Mit sonderbarem Anstand trägt es sich,
und ernsthaft ist sein Blick."



Wo sie beginnen sollte, fragte sie mich. Ob sie einfach da weitermachen solle, wo sie aufgehört hatte zu erzählen.

Ich wusste, dass sie als Kind lange krank gewesen war. In dieser Zeit hatten tiefgreifende Veränderungen in ihr stattgefunden, die sie selbst nicht bennen konnte, von denen sie aber sagte, dass sie ihr Denken über die Welt gründlich verändert hatten. Ich bat sie, dort anzuknüpfen, in der Zeit, als sie das Hospital verlies. Damals war sie sieben Jahre alt.

Die Willkür, mit welcher die Ereignisse über sie hereinbrachen, verursachte ihr ein zunehmendes Gefühl der Verunsicherung. Wo auch immer sie sich befand, zwischen den Wänden des Hauses, auf einer Straße oder im Wald (der Wald war das Unheimliche überhaupt), überall wurde sie sich jäh der Zerstörbarkeit ihres Körpers und der möglichen Auflösung aller Dinge um sich herum bewusst. Und so verwunderte es sie nicht weiter, als eines Tages ein fremder Mann anstelle ihres Vaters ihre Hand nahm und sie neben sich her durch die Straßen zog.
So hineingestellt in eine Landschaft, die keinerlei Zeichen der Erkennung für sie trug, empfand sie nunmehr Alles und Jeden sowie sich selbst als einen Irrtum. Da sich die Welt ihr so derart verstellte, dass sie weder zwischen Dingen noch unter Menschen eine Art Geborgenheit empfinden konnte, beschloss sie, die Dinge selbst zu richten.
Jeden Abend vor dem Einschlafen sortierte sie in ihrer Vorstellung alle Personen, Ereignisse und deren Ablauf so, wie sie ihr richtig erschienen und wie sie von Anfang an hätten sein sollen. Die Wände ihres Zimmers rückten auseinander und gaben die Bühne frei für das Spiel ihrer Phantasie. So beruhigte sie sich allmählich und schlief ein, träumend von einer Welt, die es nicht gab, und die doch ganz allein ihre war.

Die Andere

Wir trafen uns wieder im Sommer 2010. Zweimal hatten sich inzwischen die Blätter gefärbt. Zweimal hatte der Winter das kleine Städtchen unter dem Schnee begraben, und zweimal war dieser wieder geschmolzen und hatte den kleinen Fluss bedrohlich anschwellen lassen. Jetzt hatte die Stadt den heißesten Sommer seit 15 Jahren.
Sie trug ein luftiges Kleid und hatte das dunkle Haar zu einem Knoten geschlungen, den eine feine Perlmutspange hielt. Als sie mir die Hand gab, umschloß ich vorsichtig ihre Finger, die sehr dünn geworden waren. Ich suchte in ihrem leicht bronzegetönten Gesicht nach neuen Spuren der Zeit, die bei mir selbst so gut angetan waren Panik auszulösen. Aber ihre Haut spannte sich straff über die Jochbögen, und als sie mich anlächelte dachte ich dass sie nicht älter sondern jünger geworden war. Waren mir ihre Gesichtszüge früher herb erschienen, so hatte ich jetzt den Eindruck, dass eine ruhigere, sehr sanfte Art sich zu bewegen und zu sprechen ihrer Erscheinung jene Sinnlichkeit gaben, die sonst eher rundlicheren Körpern vorbehalten ist. Sie hingegen war schlank. Sehr schlank war sie geworden. Und während ich noch damit beschäftigt war, mir das Fremde an ihr vertraut zu machen, legte sie mir mit der tiefsten Dunkelheit ihrer Augen den Blick ins Gesicht.
Die Erkenntnis traf mich mit der ganzen Härte einer Wahrheit, die so und nicht anders hinzunehmen ist, und die nie wieder eine andere sein kann. Sie war erwachsen geworden.

Kapitel 9

"Hier ist der Baum, o König, den du meinst,
Den meine Schwester manche Nacht besucht;
Das Haupt anlehnend, pflegt sie dann zu schlummern."


Sie liebte das Dunkel, und die Nacht war ihre Verbündete, denn nur innerhalb des Dunkels, das sich wie ein weicher Mantel schützend um ihren Körper legte, konnte sie so etwas wie Geborgenheit empfinden. Nie schloss sie von selbst die Augen, wenn die Nacht hereinbrach. So gewöhnten sie sich langsam an das Dunkel im Zimmer, und mit der Zeit lernte sie, die feinen Umrisse so genau wahrzunehmen, dass sie, wenn sie nachts durch ihr Zimmer ging, dies mit einer Sicherheit tat, die ihr tagsüber gänzlich fehlte.

Während andere Kinder die Dunkelheit mieden, ja sogar Angst vor ihr hatten, begab sie sich bei jeder möglichen Gelegenheit in dieselbe. So wurde das Kind desöfteren in einem staubigen Kohlenkeller oder einem Holzschuppen gefunden, nachdem man stundenlang nach ihm gesucht hatte. Und weil man nicht glauben wollte, dass es sich selbst darin eingesperrt hatte, das Kind aber keine Auskunft geben wollte oder konnte, wie es da hineingelangt war, vermutete man bald einen bösen Streich anderer Kinder und stellte es unter besondere Aufsicht. So hineingestellt in eine ihm fremde Landschaft mit anderen Körpern verbüßte es die Tage im Licht und wartete sehnsüchtig darauf, dass es dunkel wurde.

Ob sie sich je gefragt habe, warum sie dieses seltsame Wesen an den Tag legte.
Sie wüsste darüber nichts zu sagen. Sie wüsste nur, dass jenes Gefühl einer immerwährenden möglichen Zerstörbarkeit, welches sie bei Tag zwischen all den Menschen, Dingen und Geräuschen befiel, zu ihr gehöre, seit sie eine Erinnerung an sich selbst habe.

Als wir das Café verließen, war es bereits dunkel geworden, und während ich angestrengt zu Boden schaute, um mit meinen Absätzen nicht zwischen das Kopfsteinpflaster zu geraten, lief sie leicht und sicheren Schrittes neben mir.

Schreiben. Eine Erregung.


BEITRÄGE

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"Car JE est un autre." (Lettre de la clairvoyance)
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Vielleicht ist das so. Vielleicht kommt es bei einer...
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