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Samstag, 5. Dezember 2009

Einsamkeit

Einsamkeit.
Vom Aussterben bedrohtes Gefühl.
Wurde gesellschaftlich in die Kategorie der unangenehmen
Gefühle verbannt und ist deshalb seit kurzem nur noch
selten anzutreffen.
Bevorzugter Lebensraum: Innen
Blütezeit: Weihnachten

Samstag, 28. November 2009

Vom Nichts, das irgendwie nicht sein kann.

Meine Träume verändern sich. Letzte Nacht träumte ich von den toten Großeltern stiefväterlicherseits. Es war das erste Mal, dass ich in dieser Art vom Tod träumte. Dieses gefühlsmäßige Erfassen von etwas, das nicht wiederkehrt, niemals wiederkehren kann, ist eine völlig neue Erkenntnis für mich. So fühlt sich also der Tod an, dachte ich. Nicht die Idee vom Tod, sondern das Nichts, das er ist. Es erfasste mich solcher Wucht, dass ich aufwachte und die restliche Nacht wach lag. Die ganze Vergänglichkeit des Lebens, auch meines eigenen, wurde mir auf einmal derart intensiv ins Gefühl gedrückt, dass ich sofort beschloss, mindestens ein Kind zu bekommen und jede Woche einmal meine Mutter zu besuchen. Damit nicht Nichts bleibt. Dafür haben wir kein Programm, das zu begreifen. Dass Nichts von uns bleibt. Dabei ist eigentlich alles wurscht, wenn man sich tatsächlich mal traut, zu erfühlen, was das heisst, dass eines Tages sowieso alles vorbei ist. Auch ob wir erfolgreich oder nicht oder einsam oder mit Nachkommen gesegnet sterben. Fakt ist, dass wir einfach nicht mehr da sind. Da ändert auch kein geschriebenes Buch was dran. Das wirklich zu erfassen, sich nicht dem Trost und der Illusion hinzugeben, dass da noch was bleibt von oder für uns selbst, und selbst wenn, wird auch das eines Tages vergessen sein, Geschichte zumindest, und die, die sich erinnerten, werden selbst sterben etc... Ein einziger Kreislauf des Todes. Von vorne betrachtet sieht das Leben so zukünftig aus. Diese Nacht habe ich es vom Ende aus gesehen. Das wirft völlig andere Seiten auf. Wieso verschieben sich die Wertigkeiten so plötzlich? Überhaupt. Mit dem Sterben ist das so eine Sache. Und mir fällt wieder Parallalies Satz ein:
Gehen ist ein Tanz, den einem Niemand beigebracht.

Dienstag, 10. November 2009

Trauerfeier

Das Blondlockenschaf
führt ein Mikrofon ans Maul als wolle
es sich in den Hals stecken.
Ich hoffe auf Selbstmord. Die Hoffnung
stirbt zuerst.
Freudengejaul aus Schafsmäulern,
angewachsen an Schafshälsen.
Tausende. Unzählige.
Die Musik ist zur Hure des Abends bestellt.
Fünf Kastraten vergewaltigen
ein Hohelied, ihre Gurgellaute brechen
sich am Mauerkonstrukt, das muss selbst
einen Stein erweichen, das schreit zum Himmel.
Der hat dann auch geweint.

Montag, 26. Oktober 2009

restauration

du meine angst
die ich bei mir trage
wie eine in fetzen
hängende bettjacke
du geprügeltes kind
meiner kindheit und
daraus erwachsener
zeit - komm!
ich näh dir den
knopf wieder an

Sonntag, 25. Oktober 2009

Zuhause

Der Herbst war ihr die liebste Jahreszeit. Die Straßenmenschen wurden langsamer in ihren Bewegungen. Wenn sie in ihre Gesichter sah, schauten sie zurück. Manche mit suchendem, andere mit wissendem Blick, nie aber hastig. Die Kälte schien die Menschen einzufrieren in ihrem hektischen Gang. Warme Wollsachen, Schals und Mützen durften aus den muffigen Schränken in die frischkalte Luft und hingen nun dankbar wärmend an älteren Menschen.
Die Jugend stand noch mit offenen Krägen in kleinen Grüppchen unter den Abendlaternen und wollte das Sommerlachen festhalten.

Sie lief durch die Straßen ihres herbstbunten Städtchens und lud den Frost in ihr Gesicht ein. Sollte er sich ruhig festbeißen bis sie nach Hause kommen würde, wo das das Feuer eine angenehme Wärme verbreitete und ihn freundlich aber bestimmt verdrängen würde.
Nach Hause. Sie sprach in Gedanken diese Worte und versuchte ihre Bedeutung zu erfassen. Wann ist man zu Hause. An der Giebelwand ihres Hauses stand in großen Buchstaben: "Zu Hause ist wo man hingeht, wenn einem die Orte ausgegangen sind." Barbara Stanwick. Wahrscheinlich war sie viel gereist, diese Barbara.
Sie selbst hatte noch nicht allzuviel von der Welt gesehen. Trotzdem waren ihr beizeiten die Orte ausgegangen. Sie zog von Ort zu Ort, schlug überall sofort Wurzeln und wollte sogleich wieder weg. Irgendwann hatte sie bemerkt, dass es keinen Sinn machte, hin und her zu ziehen. Man musste sich ja selbst immer mitnehmen. Sie war immer ihr eigener Koffer gewesen. Ihr schwerstes Gepäckstück, welches sie immer und überall mit sich herumschleppte. Nie hatte sie es geschafft, sich ihrer zu entledigen. So sehr sie sich auch bemühte, und so weit sie auch reiste. Sie hing fest an sich dran. Fast wäre sie im letzten Jahr wieder umgezogen. Da kam ihr die rettende Idee, sich doch bei sich zu behalten und einen angemessen Platz für sich zu finden, in sich selbst. Vielleicht würde sie auf diese Weise bleiben können. Das Städtchen in welchem sie wohnte gefiel ihr nämlich ausnehmend gut, und nachdem keine Großstadt mehr übrig war, in welcher sie nicht schon gewohnt hätte, bekam sie allmählich das Gefühl, dass ihr die Orte ausgingen.
Vielleicht ist es ja das, was man Zuhause nennt, dachte sie. Der Ort, an dem man mit sich selbst sein konnte.

Montag, 19. Oktober 2009

Warten

Zur Zeit nur Arbeit. Keine Zeit zum Schreiben. Auch die Buchmesse musste ausfallen, worüber ich sehr traurig war. Nächste Woche wird ein wenig Luft sein. Dann kann geerntet werden, was innerlich schon wieder reif ist. Solange muss es noch warten, und ich auch.

Freitag, 9. Oktober 2009

Die Verkündung

findet heute hier >>>>>> statt.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Veränderung

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